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In einer breiten Talaue am Oberlauf der
Zschopau liegt das Waldhufendorf Walthersdorf. Erstmalig wurde der Ort 1367 in
einer Urkunde Kaiser Karl VI. erwähnt, in der er der Herrschaft Schlettau mit
den zugehörigen Dörfern Sehma, Cranzahl, Cunersdorf, Walthersdorf und
Königswalde die zollfreie Einfuhr von Getreide, Vieh und anderen Gütern aus
Böhmen zusicherte.Die Gründung des Ortes
und die Herkunft der Siedler ist quellenmäßig nicht belegt. Nach heutigen
Erkenntnissen dürften es im Zeitraum von etwa 1180 - 1250 fränkisch -
thüringische Siedler gewesen sein. Der Überlieferung nach soll
der Name des Ortes nach seinen Lokator Namens Walther entstanden sein. Die
Herrschaft Schlettau gehörte den Herren von Schönburg auf Hassenstein und stand
unter der Lehnshoheit des Königs von Böhmen. Friedrich von Schönburg schenkte
die Herrschaft 1413 dem Klöster Grünhain. 1536 wurde das Kloster säkularisiert
und der Besitz fiel an den sächsischen Kurfürsten. Obiges Bild zeigt die älteste
um 1720 gefertigte Zeichnung eines unbekannten Künstlers mit dem Erbgericht,
einer Mühle mit Bäckerei und mehreren Gütern und Häusern. Außerdem ist das seit 1711
nachweisbare Siegel der Gemeinde abgebildet. Es stellt die Glücksgöttin Fortuna,
schreitend auf einer geflügelten Erdkugel, ein vom Wind geblähtes Band haltend
dar.
1863 kaufte der Buchholzer
Fabrikant Georg Adler die untere Mühle und baute sie zu einer Holzwarenfabrik
aus. Später wurden noch zwei Papierfabriken im Ort errichtet. Begünstigt wurde
die Entwicklung des Ortes durch den Anschluß an die 1888/89 fertiggestellte
Eisenbahnlinien Schwarzenberg - Buchholz und Schlettau - Crottendorf. Der Bau
des Gemeindeamtes 1911 war ein gesellschaftlicher Fortschritt, wurden doch damit
die Amtsgeschäfte des damaligen Gemeindevorstehers aus seiner Wohnstube in
Amtsräume verlegt. Im selben Jahr erfolgte der Anschluß des Ortes an das
Stromnetz, was für die Entwicklung von Industrie, Handwerk und Landwirtschaft
sowie für die Wohnbedingungen einen entscheidenden Schritt brachte.
Die ehemalige Tanzgaststätte
Krone wurde 1958 als Betriebsferienheim ausgebaut und beherbergte bis vor kurzen
eine
Kinder- und Jugendfreizeitstätte, die leider auch geschlossen ist. Die ehemalige Papierfabrik Sehmisch wurde 1957
ebenfalls zu einen Betriebsferienheim umgebaut, dort befindet sich heute die
"Pension & Gaststätte Oehler". Mittlerweile die einzige Gaststätte und
Pension in Walthersdorf.
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